Videotechnik

 

Analoge versus digitale Systeme

 

Der DVR (Digitaler Video Rekorder) ist ein besonders signifikanter Schritt in Richtung digitale CCTV Technik. Betrachtet man zeitgenössische und zentrale Videoüberwachungssysteme, so zeichnet sich ein klarer Trend der Digitalisierung ab: Die Zukunft ist ?Digital?. Analoge Technik wird in den letzten Jahren zunehmend von digitalen Systemen verdrängt. Natürlich ergeben sich zum einen durch den Ersatz von VCR und Multiplexer durch einen DVR alle Vorteile einer verschleißfreien Aufzeichnung, die weder ein Kassettenwechseln noch Wartungsarbeiten von mechanischen Teilen erfordert. Die Hauptvorteile digitaler Aufzeichnung jedoch resultieren vielmehr aus der problemlosen Distribution und Weiterverarbeitung der digitalen Inhalte, welche letztlich eine schnellere Alarm- und Täterverfolgung möglich machen. Alle notwendigen Informationen können sofort unabhängig von Ort und Zeit zur Verfügung stehen.

Doch bei allen Vorteilen ist selbst die neue digitale Welt nicht ganz ohne Tücken, die jeder Benutzer schon vor der Installation eines solchen Systems bedenken und aus dem Weg räumen sollte. So besteht bei digitalen Installationen, die zentral zusammengeführt werden, nicht automatisch eine Ausfallsicherheit, so daß die Notwendigkeit einer Datensicherung nicht unterschätzt werden darf.

 

Mit IP-Videoserver und Netzwerk-Switch noch einen Schritt weiter

Einen bedeutenden Schritt weiter in Richtung Zukunft beschreibt die dezentrale digitale CCTV Installation. Dabei wird z.B. ein kompakter IP-Videoserver für vier bis sechs Kameras einsetzt und ein Netzwerk-Switch (oder auch Hub) ersetzt dabei die konventionelle Video-Matrix. Vorteilhaft ist diese Vorgehensweise, da der integrierte Bildspeicher (Hard Disk) des IP-Videoservers dezentral und vor allem redundant aufzeichnet. Die autarken IP-Videoserver zeichnen selbst beim Ausfall der  Zentrale weiterhin auf. Zusätzlich reduziert das im IP-Videoserver integrierte Motion- oder Activity Detection Verfahren die anfallenden Datenmengen, da nur im Falle einer Bildveränderung aufgezeichnet wird. Die Rolle der Zentrale ändert sich bei diesem Ansatz insofern, dass sie nicht mehr als Herzstück, sondern an Verwaltungsorgan fungiert. Die Zentrale empfängt Alarmmeldungen, archiviert Bildinhalte und erlaubt ein zentrales Monitoring der im Netz verteilten IP-Videoserver.

 

Hinsichtlich der Bedienung und Konfiguration ergeben sich weitere immense Vorteile für die digitalen CCTV Systeme mit Netzwerk Anbindung. Durch die Nutzung von Standard TCP/IP Protokollen kann die Steuerung und Konfiguration von jedem Client-Computer via Internet Browser-Interfaces aus vorgenommen werden. Natürlich ergeben sich bei der Betrachtung dieses Systems auch wieder einige Nachteile; denn ohne entsprechende Kenntnisse im Bereich Netzwerke stellt schon die Installation eine unüberwindliche Hürde dar. Der Abschied von der Video Kassette macht planerisches Umdenken notwendig, denn das aufgezeichnete Videomaterial muss eine völlig neue Behandlung erfahren.

 

Wie sieht die Kreuzschiene der Zukunft aus?

Auch wenn die Digital Technik konventionelle Systeme ersetzt, bleiben doch die Funktionen erhalten. Daher ist auch weiterhin auf die Funktionen der bisher benutzten Kreuzschienen nicht zu verzichten. Der oben genannte IP-Switch ist die Kreuzschiene der Zukunft und damit automatisch Bestandteil einer Netzwerk basierten CCTV-Installation. Der Netzwerk-Switch ist schon lange technisch ausgereift und in diversen Leistungsklassen erhältlich.

Ferner ist der Netzwerk Router eine logische Erweiterung der IP-Kreuzschiene (Switch). Er ermöglicht die Übertragung und Anbindung entfernter IP-Videoserver über Internet oder VPN Verbindungen (Virtual Private Network bezeichnet geschützte und verschlüsselte Übertragungsstrukturen). Da sich alle Arten von Erweiterungen jederzeit in das System integrieren lassen, präsentiert sich die digitale Lösung als besonders zukunftssicher. Die Netzwerk CCTV Installation bietet ein Maximum an Investitionsschutz.

 

Digitale Übertragungstechnologien für individuelle Bedürfnisse

Aus heutiger Sicht zeigen sich folgende Verfahren digitaler Übertragungstechnologien:

- Proprietäre Systeme

- H.320 ? Systeme

- Video-Over-IP - Systeme

- Proprietäre Systeme (z.B. Real)

            - HTTP (Web-Browser Protokoll)

            - H.323

- RTSP (Real-Time Streaming Protokoll)

- Mediaplayer, Internet-TV

 

 

Aufbau der Videoübertragungssysteme

Eine isolierte Betrachtung der Videofernübertragungen allein für die Sender- oder  Empfängerseite ist wenig sinnvoll, es kann immer nur das gesamte System betrachtet werden. Es ergibt sich nämlich zwingend, dass mindestens ein Sender, die Übertragungsstrecke selbst, der Empfänger, die Bediensoftware als weiteres Element und das Video-Kompressionsverfahren für die Übertragung der Bilder analysiert werden muss.